Kommunalentwicklung: Digitale Dörfer

Digitale Dörfer 2.0

 

 

Mai 2017

Bürgermeisterrunde Kommunal Digital

Strategie-Workshops zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in Kommunen

Die Digitalisierung bietet gerade auch kleinen und mittelgroßen Kommunen in ländlichen Regionen Chancen, im Wettbewerb zu den urbanen Zentren zu bestehen. Gleichzeitig erwarten Bürger heute ein digitales Angebot von Kommunen, so wie sie es von unternehmerischen Internet-Angeboten längst gewöhnt sind. Amazon, Google, Facebook und Co. setzen Standards und führen zu Erwartungen, denen sich Kommunen stellen müssen.

Zur Unterstützung der Kommunen in Rheinland-Pfalz bei ihrer „digitalen Transformation“ wird ein mehrjähriges Schulungs- und Workshop-Angebot entworfen. Das Angebot wird von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit dem GStB, der Kommunalakademie und der Hochschule für Verwaltung entwickelt und soll in den Jahren 2017 bis 2019 angeboten und regelmäßig aktualisiert werden.

Die grundlegende „Beta-Version“ dieser Workshops wird bis Herbst 2017 entwickelt und soll in einem einmaligen Start-Workshop - ausschließlich mit hauptamtlichen Bürgermeister/innen - beraten und überprüft werden, um damit die Praxistauglichkeit zu gewährleisten.

In den zu entwickelnden Workshops der Jahre 2017 bis 2019 sollen die Teilnehmer eine eigene Digitalstrategie für ihre Verbandsgemeinde erarbeiten können. Über Handlungsempfehlungen und erlernte Methoden kann diese dann selbstständig umgesetzt werden.

Es geht dabei um niedrigschwellige, kommunale oder interkommunale Projekte der Digitalisierung an der Schnittstelle von Einwohnern, lokaler Wirtschaft und Kommunalpolitik. Insbesondere geht es um die Digitalisierung von Angeboten von öffentlichem Interesse in der Kommune.

Vorsicht, es geht nicht um das Thema „E-Government“!

Um alles andere aber schon, am 27. Oktober 2017 in der Kommunal Akademie Rheinland-Pfalz, Raum Nahe.

 

April 2017

Das Projekt

Mit der Übergabe der Förderbescheide am 24. April 2017 durch den Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, geht das Projekt "Digitale Dörfer" in die zweite Runde. Das Projekt zeigt auf, wie innovative Lösungen sinnvoll eingesetzt werden können, um die Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt, auch im ländlichen Raum zu nutzen. Im Auftrag des Ministeriums des Innern für Sport arbeiten das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Kaiserslautern, die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. und die drei rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden Betzdorf-Gebhardshain, Eisenberg und Göllheim gemeinsam an den "Digitalen Dörfern.


Rückblick Phase 1 - Digitale Nachbarschaftshilfe (2015-2016)


In der ersten Projektphase von Juli 2015 bis Ende 2016 evaluierte das Fraunhofer IESE in den digitalen Dörfern Betzdorf, Eisenberg und Göllheim Konzepte zur Vernetzung der Bürger durch digitale Technik im Sinne einer modernen Nachbarschaftshilfe. Die Forscher haben gemeinsam mit den Bürgern, Unternehmen, den Verbandsgemeinden und der Entwicklungsagentur digitale Anwendungen entwickelt und das Zusammenspiel von Handel, freiwilligen Helfern und Verwaltung untersucht. Im Fokus standen dabei Versorgung und Mobilität. Dazu wurde eine Plattform entwickelt mit deren Hilfe Waren bestellt werden konnten. "Ausgeliefert" wurden diese von Nachbarn und Pendlern, die sich ehrenamtlich dazu bereit erklärten Waren auf ihren täglichen Fahrten mitzunehmen und abzugeben. Ein nächster Schritt führte zum Austausch von Dienstleistungen und Gerätschaften innerhalb der Gemeinden.

Dazu Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Institutsleiter des Fraunhofer IESE: "Im Rahmen des Forschungsprogramms Smart Rural Areas untersucht das Fraunhofer ISE, wie das Potenzial in ländlich geprägten Regionen besser ausgeschöpft werden kann. Schon die erste Projektphase hat uns im realen Kontext gezeigt, dass digitale Technik den Austausch von Bürgern, Unternehmen und Kommunen fördert und das Miteinander der beteiligten Akteure positiv beeinflusst. Mit der Fortsetzung des Projektes "Digitale Dörfer 2.0" werden wir in den nächsten jahren weitere Anwendungsfälle erproben."


Testläufe - Workshops - Wissenschaft (2017-2019)


Mit "Digitale Dörfer 2.0" gehen wir in die zweite Projektphase. Sie gliedert drei Bereiche:

  • Living Labs
    Die Testregionen, die auch in der zweiten Projektphase mitwirken, können in der Planungsphase erneut eigene Wünsche und Ideen einfließen lassen, sodass im Projekt ausschließlich konkrete Problemlagen vor Ort betrachtet werden. Das Projektvorgehen ist dabei so ausgelegt, dass in Living Labs die Bürger vor Ort die Pilotanwendungen nutzen können. Mögliche Themen befassen sich mit digitalen Lösungen in den Bereichen Kommunikation, Dorfleben, mobile Angebote im ländlichen Raum und dezentralen Diensten im Sinne eines "Dorfzentrums 2.0". An Betzdorf hat sich die Gemeinde Gebhardshain angeschlossen.

  • Strategieworkshops
    Die Erkenntnisse aus den Testregionen sollen keinesfalls nur dort bleiben. Das Angebot einer Reihe von Strategieworkshops wird sich an alle interessierten Kommunen in Rheinland-Pfalz wenden, als Hilfestellung und Impulsgeber für engagierte Teilnehmer, die sich in diese Richtung weiterentwickeln möchten. So profitieren alle von dem Projekt. Der erste Workshop ist für Oktober 2017 geplant.

  • Potenzialstudie
    Zur Einschätzung zukünftiger Herausforderungen, haben wir das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) mit einer Studie beauftragt. Sie erscheint im Sommer 2017 unter dem Titel "Potenziale der Digitalisierung in der Kommunalentwicklung am Beispiel von Rheinland-Pfalz". Als Zukunftsstudie wird darin untersucht, wie sich das kommunale Leben bis zu den Jahren 2025/2030 verändern wird und welche Potenziale sich daraus ergeben. Veröffentlicht wird sie einerseits vom Fraunhofer Institut, aber auch - zusammen mit weiteren Beiträgen zur Zukunft des digitalen Dorfers - in einem Buchprojekt, das wir dieses Jahr präsentieren werden.


Sinnvolle und pragmatische Nutzung von Digitalisierung

"Es ist eines unserer Markenzeichen in Rheinland-Pfalz, dass wir Spitzenforschung mit den Bedürfnissen vor Ort verknüpfen, so wie bei den 'Digitalen Dörfern'", erläuterte der rheinlandpfälzische Innenminister Roger Lewentz. Die zweite Phase "Digitale Dörfer 2.0" wird vom Innenministerium im Zeitraum 2017 bis 2019 gefördert. Die Verbandsgemeinden erhalten zusammen 360.000 Euro. Die Forschung des Fraunhofer IESE wird mit 1,35 Mio. Euro unterstützt. Das Institut stellt einen Betrag in ähnlicher Höhe gegenüber. Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz bringt sich mit 100.000 Euro Personalkosten ein.

"Dass wir sowohl thematisch wie in der Projektorganisation auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich einerseits am großen Interesse anderer Bundesländer, die 'Digitalen Dörfer' zu kopieren und andererseits am großen Engagement der Bürgerschaft vor Ort", so Minister Lewentz. Eine wesentliche Erkenntnis für die Arbeit des Ministeriums sei es, dass Digitalisierung nicht die Lösung, sondern ein wichtiges Instrument der Kommunalentwicklung werde, das immer das Engagement in den örtlichen Verwaltungen voraussetze. "Entscheidend wird daher am Ende auch nicht sein, möglichst viele, technisch herausragende Lösungen zu haben, sondern sie mit den Menschen, zu ihrem Nutzen, umzusetzen", so Lewentz bei der Übergabe der Förderbescheide.



 

 

Bauer, Markus

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Zeimentz, Rainer

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